Wasserstofferzeugung
Von Grünem Strom zu Wasserstoff - der Ausgangspunkt klimaneutralerer Energie
Im Energiepark Bad Lauchstädt dreht sich alles um grünen Wasserstoff. Im Gegensatz zu heute noch weit verbreiteten klimaschädlicheren Verfahren seiner Herstellung wird er mithilfe erneuerbarer Energien erzeugt und gilt als wichtiger Baustein der Energiewende.
Für die Elektrolyse, bei der Wasserstoff aus Wasser gewonnen wird, kommt ausschließlich Strom aus erneuerbaren Quellen zum Einsatz. Im Energiepark Bad Lauchstädt wird dieser direkt von einem nahegelegenen Windpark geliefert. Die unmittelbare Kopplung einer Großelektrolyse mit einem Windpark vor Ort ist weltweit einmalig.
Grüner Strom aus Wind für eine klimafreundlichere Zukunft
Zur Herstellung von Wasserstoff in der Elektrolyse-Anlage, dem so genannten Elektrolyseur, wird viel Strom benötigt. Damit grüner Wasserstoff hergestellt werden kann, stammt dieser aus erneuerbaren Energien. Im Energiepark Bad Lauchstädt liefern dafür acht moderne Windenergieanlagen in unmittelbarer Nähe den benötigten Strom. Die direkte Kopplung von Windpark und Elektrolyseur vor Ort ist weltweit einmalig und bildet die Grundlage für die Erzeugung von RFNBO-zertifiziertem grünem Wasserstoff.
Die Windenergieanlagen mit einer Nennleistung von insgesamt 50 MW können jährlich bis zu 145 Mio. kWh Grünen Strom erzeugen und besitzen eine Nabenhöhe von 169 Metern (fünf Anlagen), 166 Metern (eine Anlage) und 119,9 Metern (zwei Anlagen). Die Windenergieanlagen der neusten Generation sind mit Eiserkennungssensoren sowie einem zusätzlichen Kontrollsystem ausgestattet, das die Anlagen permanent überwacht und abschaltet, falls ungewöhnliche Betriebszustände detektiert werden.
Der Windpark befindet sich im unmittelbaren Umfeld des Autobahnkreuz A 38/A 143. Dabei wurden drei Windenergieanlagen östlich der A 143 und die übrigen fünf westlich der A 143 errichtet. Aus regulatorischen Gründen kann der Energiepark Bad Lauchstädt nicht auf den bereits bestehenden Windpark (B) zurückgreifen. Der Bau eines neuen zusätzlichen Windparks war zudem zwingend notwendig, um weiterhin ausreichend Strom für die öffentliche Versorgung zu erzeugen.
Nachdem das Genehmigungsverfahren nach dem BImSchG (Bundesimmissionsschutzgesetz) erfolgreich abgeschlossen wurde, konnte im April 2023 mit dem Bau des Windparks begonnen werden. Mit der Installation der letzten Anlage im Mai 2024, speisen nun alle acht Windenergieanlagen in das Netz ein.
Verantwortlich für den Bau und Betrieb des Windparks ist der Konsortialpartner Terrawatt Planungsgesellschaft mbH. Diese entwickelt und realisiert seit über 25 Jahren Projekte im Bereich Windkraft und Photovoltaik und kann auf einen Erfahrungsschatz aus über 300 Projekten mit mehr als 1.500 Windkraftanlagen zurückgreifen. Durch regelmäßige Inspektionen und Wartungen gewährleistet Terrawatt den sicheren Betrieb der Anlagen. Für die Betriebsphase hat sich die Terrawatt Planungsgesellschaft mbH mit der Schweizer Grünstromproduzentin aventron zusammengeschlossen. Mit ihrer langjährigen Erfahrung und Expertise im Bereich Wind, Solar und Batteriespeicher ist aventron die ideale Partnerin für die weiteren Entwicklungsschritte.
Ansprechpartnerin
Falk Zeuner
Geschäftsführer Terrawatt Planungsgesellschaft mbH
Mittels Großelektrolyse wird aus Windstrom Grüner Wasserstoff
Bereits um das Jahr 1800 wurde das Elektrolyseverfahren entdeckt, bei dem Wasser mit Hilfe von Strom in Wasser- und Sauerstoff getrennt wird. Hierbei wird mittels zwei Elektroden ein elektrischer Gleichstrom durch das Wasser geleitet. Dadurch bildet sich an der positiv geladenen Anode Sauerstoff, an der negativ geladenen Kathode Wasserstoff. Während der Wasserstoff gespeichert wird, kann der Sauerstoff bedenkenlos an die Umwelt abgeben werden. Da der im Energiepark Bad Lauchstädt zum Einsatz kommende Elektrolyseur mit einer Leistung von 30 Megawatt (MW) sehr große Energiemengen produziert, spricht man hierbei auch von Großelektrolyse. Hersteller dieser Großelektrolyseanlage ist die Firma Sunfire aus Dresden. Die Elektrolyse-Anlage wird auf einer Fläche von 80 x 130 Metern errichtet und jährlich etwa 26,9 Mio. m3 Wasserstoff produzieren. Das entspricht einer Jahresproduktion von 2400 bis 3000 Tonnen, wofür derzeit 5000 bis 6000 volle Produktionsstunden geplant sind.
Weltweit erstmalig ist dabei die direkte Kopplung von Windstrom aus dem nahegelegenen Windpark mit einer Großelektrolyseanlage von bis zu 30 MW. Beide Komponenten sind über ein sogenanntes Arealnetz direkt elektrisch miteinander verbunden. Das heißt, dieses Netz gehört keinem Netzbetreiber, sondern wird privat betrieben.
Den Bau und Betrieb der Großelektrolyse verantworten die Konsortialpartner Uniper und VNG Handel & Vertrieb GmbH über das gemeinsame Joint-Venture Elektrolyse Mitteldeutschland GmbH (EMG). Als internationales Energieunternehmen und Pionier im Bereich Wasserstoff realisiert Uniper weltweit Projekte entlang der kompletten Wasserstoff-Wertschöpfungskette, um diesen als tragende Säule der Energieversorgung nutzbar zu machen. Die VNG Handel & Vertrieb GmbH übernimmt mit ihrer Expertise im Gasgroßhandel die Vermarktung des im Energiepark Bad Lauchstädt erzeugten Wasserstoffs. Mit Vertriebsbüros in ganz Deutschland, dem benachbarten Ausland und Geschäftskontakten in weiten Teilen Europas unterstützt Sie den Hochlauf der Europäischen Wasserstoffwirtschaft. Die bauliche Umsetzung des Großelektrolyseurs begann mit dem feierlichen 1. Spatenstich im Juni 2023. Die Errichtung wird etwa zwei Jahre in Anspruch nehmen.
Sichere Herstellung von Grünem Wasserstoff
Wasserstoff an sich ist in Sachen Sicherheit mit bekannten Gasen vergleichbar, wie zum Beispiel Biomethan oder Erdgas. Durch die Einhaltung strenger Sicherheitsvorkehrungen kann zu jeder Zeit ein sicherer Betrieb gewährleistet werden. Zu den Sicherheitsvorkehrungen zählt unter anderem der Einsatz von Sensoren in den Elektrolyse-Anlagen, die ein eventuelles Austreten von Wasserstoff zuverlässig erkennen, sodass Defekte schnell behoben werden können. Bevor die Anlagen im Energiepark Bad Lauchstädt ihren Betrieb aufnehmen, durchlaufen Sie strenge Sicherheitsprüfungen und werden durch den TÜV geprüft.
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