H2Store-flex
Forschung unter realen Bedingungen für die Wasserstoff-wirtschaft von morgen
Wie lässt sich Wasserstoff künftig effizient speichern, transportieren, aufbereiten und in hoher Qualität bereitstellen?
Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Forschungsprojekt H2Store-flex, das auf den bereits geschaffenen Anlagen und Erkenntnissen des Energieparks Bad Lauchstädt aufbaut. H2Store-flex betrachtet die Wasserstoffinfrastruktur als Gesamtsystem. Im Projekt werden unter anderem:
- Mess- und Monitoringsysteme entwickelt, die das Verhalten von Wasserstoff im Netz sowie modellhaft in Speichern über längere Zeiträume erfassen.
- Modelle erstellt, die untersuchen, wie sich Gase in Salzkavernen vermischen und wie sich eine gleichbleibend hohe Gasqualität sicherstellen lässt.
- Verfahren zur Reinigung von Wasserstoff weiterentwickelt, um auch höchste Qualitätsanforderungen industrieller Anwendungen zu erfüllen.
- Möglichkeiten erforscht, wie bei der Nutzung von Wasserstoff Energie zurückgewonnen und damit die Gesamteffizienz verbessert werden kann.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Sie soll künftig dabei helfen, Anlagen intelligenter zu steuern, Wartungsprozesse zu optimieren und den Energieeinsatz weiter zu reduzieren.
Von der Idee bis zur Anwendung
Das Projekt gliedert sich in zwei Phasen.
In der ersten Phase entwickeln die Projektpartner wissenschaftliche Modelle, Konzepte und technische Lösungen. In der zweiten Phase werden diese im Energiepark Bad Lauchstädt unter realen Betriebsbedingungen getestet und validiert.
Das Ziel ist nicht nur die Weiterentwicklung der eigenen Technologien. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen auch anderen Wasserstoffprojekten zugutekommen. Deshalb werden die Ergebnisse in einem praxisnahen Leitfaden zusammengeführt und für zukünftige Vorhaben verfügbar gemacht.
H2Store-flex als Baustein
für den Wasserstoffhochlauf
Während viele Forschungsprojekte neue Technologien zunächst ausschließlich im Labor oder anhand von Simulationen entwickeln, können die im Projekt H2Store-flex entwickelten Lösungen direkt im laufenden Gesamtsystem des Energieparks getestet und weiterentwickelt werden. Die vorhandene Infrastruktur – von der Elektrolyse über Transport, Gasaufbereitung und Speicherung bis hin zur industriellen Nutzung – schafft dafür einzigartige Bedingungen.
So lassen sich nicht nur theoretische Konzepte entwickeln, sondern auch belastbare Erkenntnisse darüber gewinnen, wie Wasserstofftechnologien unter realen Betriebsbedingungen funktionieren. Diese Erfahrungen bilden eine wichtige Grundlage für zukünftige Wasserstoffprojekte in Deutschland und Europa.
Mit H2Store-flex wird der Energiepark Bad Lauchstädt über das ursprüngliche Reallabor hinaus zu einer langfristigen Forschungs- und Innovationsplattform für die Wasserstoffwirtschaft.
Ansprechpartner
Prof. Dr. Hartmut Krause
Sprecher des Konsortiums und Geschäftsführer Ressort Wissenschaft & Bildung DBI – Gastechnologisches Institut gGmbH Freiberg
Starkes Konsortium mit gebündelter Expertise:
H2Store-flex vereint Partner aus Forschung, Industrie und Infrastruktur.
Das DBI – Gastechnologische Institut Freiberg koordiniert das Projekt und verantwortet technische Analysen, das Messkonzept sowie die Entwicklung von Test- und Demonstrationssystemen.
Die Technische Universität Bergakademie Freiberg (TUBAF) bringt ihre wissenschaftliche Expertise insbesondere in den Bereichen Modellierung, thermodynamische Prozesse und Künstliche Intelligenz ein.
Die VNG AG untersucht regulatorische Rahmenbedingungen, entwickelt wirtschaftliche Ansätze und bewertet innovative Technologien im Energiesystem.
Als assoziierter Partner unterstützt der Fernleitungsnetzbetreiber ONTRAS insbesondere bei Fragestellungen rund um die Anbindung an das zukünftige Wasserstoffkernnetz.
Als Teil des Joint Venture der Elektrolyse Mitteldeutschland (EMG) trägt die Uniper Hydrogen GmbH als international agierendes Energieunternehmen mit seiner Expertise durch weltweite Projekte entlang der gesamten Wertschöpfungskette zum Projekt bei.
Ebenfalls Teil des Joint Venture der Elektrolyse Mitteldeutschland (EMG) ist die VNG Handel & Vertrieb GmbH, welche durch innovative Produkte, vielfältige Dienstleistungen und individuelle Konzepte an einer umweltfreundlichen Energieversorgung im In- und Ausland arbeitet.
Reverion entwickelt und baut hocheffiziente Brennstoffzellenkraftwerke für die Stromerzeugung aus Biogas, Erdgas und Wasserstoff, mit einem Wirkungsgrad von bis zu 80 %. Dabei scheiden die Systeme reines CO₂ ab.
Darüber hinaus können die Kraftwerke auch im Umkehrbetrieb betrieben werden. Im Elektrolysebetrieb produzieren sie grünen Wasserstoff, der direkt genutzt oder zusammen mit dem abgeschiedenen CO₂ zur Herstellung von synthetischem Methan weiterverarbeitet werden kann.
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Als Folgeprojekt des Reallabors nutzt H2Store-flex einen entscheidenden Vorteil des Energieparks: Neue Technologien und wissenschaftliche Erkenntnisse werden hier nicht nur entwickelt, sondern können unmittelbar im industriellen Gesamtsystem erprobt und unter realen Betriebsbedingungen validiert werden. Dadurch entstehen praxisnahe Lösungen, die den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft nachhaltig unterstützen.
Die Projektlaufzeit beträgt vier Jahre. Gefördert wird H2Store-flex durch den Bund im Rahmen des Klima- und Transformationsfonds (KTF).