Zertifizierung
Wie Wasserstoff zu einem nachweislich grünen Energieträger wird
Die Abkürzung RFNBO steht für „Renewable Fuels of Non-Biological Origin“ – also erneuerbare Kraftstoffe nicht-biologischen Ursprungs. Dahinter verbirgt sich ein europäischer Rechtsrahmen, der genau festlegt, unter welchen Bedingungen beispielsweise Wasserstoff als nachhaltig gilt. Bei der Produktion von RFNBO werden mind. 70% weniger Treibausgase (THG) ausgestoßen als bei der Produktion von herkömmlichem „grauen“ Wasserstoff und gilt als einer der Bausteine zur Erreichung der Energiewendeziele.
Nicht jeder grüne Wasserstoff ist automatisch ein RFNBO. Grüner Wasserstoff beschreibt zunächst die nachhaltige Herstellung: durch Elektrolyse mit Strom aus erneuerbaren Energien.
RFNBO dagegen beschreibt die Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit dieser Wasserstoff offiziell als grün anerkannt wird. Dafür müssen neben der Herstellung aus erneuerbaren Energien weitere Kriterien erfüllt sein.
Grüner Wasserstoff
Grüner Wasserstoff wird durch Elektrolyse gewonnen, bei der Wasser mithilfe von Strom aus erneuerbaren Energien in Sauerstoff und Wasserstoff aufgespalten wird. Da der verwendete Strom aus Quellen wie Wind- oder Sonnenenergie stammt, ist der gesamte Herstellungsprozess frei von CO₂-Emissionen.
Grauer Wasserstoff
Grauer Wasserstoff wird aus fossilen Energieträgern wie Erdgas gewonnen. Dabei entsteht Kohlendioxid (CO₂), das in die Atmosphäre abgegeben wird.
Warum ist die Zertifizierung so wichtig?
Für einen erfolgreichen Wasserstoffhochlauf ist entscheidend, dass die Klimawirkung von grünem Wasserstoff auch verlässlich und transparent nachgewiesen werden kann. Genau hier setzt die RFNBO-Zertifizierung an: Sie stellt sicher, dass der zur Wasserstofferzeugung eingesetzte Strom tatsächlich aus erneuerbaren Quellen stammt, die Produktion nachweislich deutlich weniger Treibhausgase verursacht und alle Schritte entlang der Wertschöpfungskette transparent dokumentiert sowie unabhängig überprüft werden können.
Für den Energiepark ist das von zentraler Bedeutung, denn nur zertifizierter Wasserstoff kann von Abnehmern – wie der TotalEnergies-Raffinerie in Leuna – auf gesetzliche Klimaziele angerechnet, im Rahmen von Fördermechanismen berücksichtigt und als nachhaltiges Produkt am Markt gehandelt werden. Die Zertifizierung schafft damit Vertrauen, macht die ökologische Qualität messbar und bildet eine wesentliche Grundlage dafür, dass grüner Wasserstoff wirtschaftlich tragfähig wird.
RFNBO im Energiepark Bad Lauchstädt
Im Energiepark Bad Lauchstädt wird nicht nur grüner Wasserstoff produziert – es wird auch gezeigt, wie dieser unter realen Bedingungen zertifiziert und vermarktet werden kann. Eine zentrale Rolle übernimmt dabei der Konsortialpartner VNG Handel & Vertrieb: Das Team koordiniert den gesamten Zertifizierungsprozess, verantwortet die Dokumentation aller erforderlichen Nachweise und organisiert die regelmäßigen Audits durch externe, unabhängige Prüfstellen. Diese Aufgaben erfolgen in enger Abstimmung mit den weiteren Konsortialpartnern und technischen Fachteams, die für Planung, Bau und Betrieb der Anlagen zuständig sind. Das Zertifizierungsteam besteht aus einem interdisziplinären Kernteam, in dem die einzelnen Mitglieder unterschiedliche Teilbereiche verantworten – von der Auditkoordination über das Risikomanagement bis hin zur Datenerfassung und -aufbereitung. So wird sichergestellt, dass alle relevanten Informationen zusammengeführt werden und der Zertifizierungsprozess reibungslos abläuft.
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