Energiepark Bad Lauchstädt als zweiter Gewinner der Hydrogen TCP Awards of Excellence ausgezeichnet

Der Energiepark Bad Lauchstädt ist als zweiter Gewinner der Hydrogen TCP Awards of Excellence 2026 geehrt worden. Erster Gewinner ist das von der EU geförderte Projekt H2GLASS. Die Auszeichnung würdigt internationale herausragende Projekte, die die Entwicklung und Anwendung von Wasserstofftechnologien voranbringen. Der Energiepark überzeugte mit seinem ganzheitlichen Ansatz.

Internationale Anerkennung für den Wasserstoffhochlauf

Das Hydrogen Technology Collaboration Programme (Hydrogen TCP) wurde im Rahmen der Internationalen Energieagentur (IEA) gegründet, um internationale Zusammenarbeit und Wissensaustausch rund um Wasserstofftechnologien zu fördern. Seit 2022 vergibt es gemeinsam mit der Wasserstoffinitiative des Clean Energy Ministerial (CEM-H2I) die Awards of Excellence. Ausgezeichnet werden Projekte, die durch praxiserprobte Innovationen und sektorübergreifenden Dialog aktiv die Nachfrage nach Wasserstoff stärken. Für die Ausgabe 2026 unter dem Motto „From Supply to Demand: Driving Hydrogen Solutions“ haben sich 18 Projekte aus zwölf Ländern beworben.

Mit seinem integrierten Ansatz entspricht der Energiepark Bad Lauchstädt in besonderer Weise der Zielsetzung der diesjährigen Awards: Das Reallabor verbindet Erzeugung, Transport und industrielle Nutzung von Grünem Wasserstoff und demonstriert damit eine konkrete Anwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Zugleich schafft das Projekt Raum für den sektorübergreifenden Austausch und liefert Erfahrungen dazu, wie technische, wirtschaftliche und regulatorische Voraussetzungen unter realen Bedingungen zusammenspielen.

Cornelia Müller-Pagel, Konsortialsprecherin des Energieparks Bad Lauchstädt, sagt:

„Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung und danke dem IEA Hydrogen TCP im Namen des gesamten Konsortiums. Die Anerkennung gehört allen Partnern, die über Branchen- und Fachgrenzen hinweg zusammenarbeiten, um ein integriertes Wasserstoffsystem unter realen Bedingungen umzusetzen. Die Herausforderungen des Klimawandels erfordern mehr als ambitionierte Ziele. Sie brauchen Investitionen, Kooperation und den Mut, Innovationen in konkrete Projekte mit langfristiger Wirkung zu überführen. Wir hoffen, dass die Erfahrungen aus Bad Lauchstädt als Orientierung für den weiteren Wasserstoffhochlauf und die Dekarbonisierung der Industrie dienen können – auch über Deutschland hinaus.“

Vom Reallabor zur industriellen Realität

Der Energiepark Bad Lauchstädt zeigt, wie sich die gesamte Wertschöpfungskette für Grünen Wasserstoff in einem Gesamtsystem zusammenführen lässt. Windstrom aus einem Windpark mit acht Anlagen und rund 50 Megawatt installierter Leistung wird für die Wasserstoffproduktion in einem 30-Megawatt-Elektrolyseur genutzt. Anschließend wird der Wasserstoff aufbereitet, gemessen und über eine umgestellte Erdgasleitung rund 25 Kilometer weit zur Raffinerie von TotalEnergies in Leuna transportiert. Dort soll er künftig fossilen Wasserstoff in industriellen Prozessen ersetzen. Das Vorhaben wird als “Reallabor der Energiewende” im Rahmen des 7. Bundesenergieforschungsprogramms durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

Axel Bree, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE), erklärt:

„Der Energiepark Bad Lauchstädt ist ein wichtiger Meilenstein für den deutschen Wasserstoff-Hochlauf. Er zeigt, wie erneuerbare Energien, Wasserstoffproduktion, Speicherung, Transport und industrielle Nutzung zu einer funktionierenden Wertschöpfungskette kombiniert werden können. Damit wird die Wasserstoffwirtschaft greifbar. Das Projekt stärkt den Industriestandort Deutschland, schafft wertvolle praktische Erfahrungen und zeigt, wie bestehende Infrastruktur für eine klimafreundliche Energieversorgung genutzt werden kann.“

Die Auszeichnung macht den Energiepark Bad Lauchstädt als skalierbaren Anwendungsfall für Grünen Wasserstoff international sichtbar. Damit trägt das Reallabor zu den Zielen der Awards bei: bewährte Anwendungen für Endnutzer zugänglich zu machen, Investitionen und politische Unterstützung zur Überwindung von Kosten- und Infrastrukturlücken anzuregen, die internationale Zusammenarbeit zu stärken und neue Wasserstoffmärkte zu entwickeln.

 

 

Oberes Bild: Energiepark Bad Lauchstädt

Unteres Bild: Cornelia Müller-Pagel, Konsortialsprecherin des Energieparks Bad Lauchstädt