Wasserstoffvermarktung & -nutzung

Grünen Wasserstoff als Handelsprodukt attraktiv machen

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Vermarktung von Grünem Wasserstoff

Mit der Energiewende verändert sich auch das Energie- und damit das Marktsystem, das wir heute kennen. Soll Grüner Wasserstoff am Markt erfolgreich sein, müssen neben attraktiven regulatorischen Rahmenbedingungen auch neue Wasserstoffhandelsprodukte entwickelt werden. Bisher ist die Vermarktung von Grünem Wasserstoff jedoch noch kaum erprobt. Daher arbeitet die VNG AG gemeinsam mit dem Tochterunternehmen VNG Handel & Vertrieb GmbH intensiv an der Entwicklung eines tragfähigen Geschäftsmodells für Grünen Wasserstoff. Mit über 60 Jahren Erfahrung im Energiemarkt und einem breiten, zukunftsfähigen Leistungsportfolio in Gas und Infrastruktur ist der europaweit aktive Konzern der ideale Partner hierfür. Erzeugung und Vermarktung erfolgen dabei im Rahmen des Joint-Venture Elektrolyse Mitteldeutschland GmbH (EMG) aus einer Hand. Das zu entwickelnde Geschäftsmodell soll nicht nur ermöglichen, dass der im Energiepark Bad Lauchstädt erzeugte Grüne Wasserstoff ab 2026 von Kunden genutzt und damit möglichst kostendeckend vermarktet wird, sondern auch als Wegweiser für die zukünftigen Entwicklungen in der Wasserstoffbranche dienen. Es gilt daher zu beweisen: Grüner Wasserstoff ist nicht nur technisch, sondern auch wirtschaftlich machbar!

Sebastian Pflüger

ANSPRECHPARTNER

Sebastian Pflüger

Geschäftsführer
Elektrolyse Mitteldeutschland GmbH

Senior Projektmanager Wasserstoff
VNG H&V


Nutzung von Grünem Wasserstoff in der chemischen Industrie

Der im Energiepark Bad Lauchstädt erzeugte Grüne Wasserstoff wird vollständig an die TotalEnergies Raffinerie Mitteldeutschland in Leuna geliefert. Als Haupt- und alleiniger Abnehmer kann die Raffinerie den Wasserstoff in ihren industriellen Prozessen nutzen und damit perspektivisch fossile Wasserstoffquellen ersetzen. Über die rund 25 Kilometer lange umgewidmete Gasleitung wird der Grüne Wasserstoff direkt vom Energiepark an den Raffineriestandort transportiert.

Neben der stofflichen Nutzung in der Raffinerie zeigt der Energiepark darüber hinaus, wie Grüner Wasserstoff perspektivisch als Bindeglied zwischen erneuerbarer Stromerzeugung und industriellem Energiebedarf fungieren kann – etwa durch seine Speicherfähigkeit und systemdienliche Einbindung in ein zunehmend erneuerbares Energiesystem.

TotalEnergies als erster Abnehmer 

Die TotalEnergies Raffinerie Mitteldeutschland in Leuna ist der offizielle Abnehmer des im Energiepark Bad Lauchstädt erzeugten Grünen Wasserstoffs. Dieser soll erstmalig im 2. Halbjahr 2026 an die Total Raffinerie Leuna ausgeliefert werden. 

Weitere Nutzungsbereiche von Grünem Wasserstoff

Im Verkehrssektor bietet Grüner Wasserstoff vor allem Lösungen für Bereiche mit großen Reichweitenanforderungen wie dem Schiffs-, Flug-, und Straßengüterfernverkehr. Gerade in diesen Sektoren gibt es noch keine klimafreundliche Alternative zu fossilen Energieträgern. Der stark heruntergekühlte oder komprimierte Grüne Wasserstoff kann hier entweder direkt getankt werden oder Grundlage für die Weiterverarbeitung zu synthetischen Kraftstoffen bieten. Diese sind besonders relevant für den Schiffs-, und Flugverkehr.

Im Bereich der urbanen Energieversorgung liegen die Vorteile von Grünem Wasserstoff vor allem im Schließen von potentiellen Versorgungslücken, die bei der Nutzung von Erneuerbaren Energien durch Faktoren wie Sonnenstunden und Windgeschwindigkeit entstehen können. Um diese Versorgungslücken im Energiesektor zu schließen, kann die in günstigen Phasen überschüssige Energie in Form von Wasserstoff gespeichert werden. Dieser kann dann, wenn nötig in Gaskraftwerken genutzt werden, um so Versorgungslücken zu überbrücken und eine konstante Energieversorgung zu gewährleisten.

Auch im Wärmesektor kann Wasserstoff zur Einsparung von CO2 beitragen. Durch die Einspeisung in das Gasnetz, können Endkunden direkt mit einem Gemisch von Grünem Wasserstoff und Erdgas beliefert werden. Dieses Konzept ist nicht neu und wurde in der Vergangenheit schon häufiger angewendet. Jedoch hat es sich hierbei bisher nicht um Grünen Wasserstoff gehandelt.

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